Ursula Heinen-Esser – Wie gefährdet ist der Erneuerbarenausbau?

Shownotes

Chris Seelos (Chefredakteur energate messenger) spricht mit Ursula Heinen-Esser, der Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), über die Sorgen der Branchen hinsichtlich der aktuellen Gesetzesvorhaben.

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00:00:02: Energie Tage, dreihundert fünfundsechzig.

00:00:05: Der Podcast zur Energiewende und Klimaschutz.

00:00:10: Herzlich willkommen zu einer weiteren gemeinsamen Folge des Energietage- und das Energate-Podcasts zu den Berliner Energietagen zwanzig sechsundzwanzig!

00:00:20: Mein Name ist Christian Seelos und ich freue mich dass in dieser Folge Ursula Heinen-Esser bei uns ist.

00:00:26: herzlich Willkommen Frau Heinenesser.

00:00:28: Guten Tag.

00:00:29: schön dass ich dabei sein kann.

00:00:32: Frau Hennester, Sie sind jetzt seit einem halben Jahr Präsidentin des BEE.

00:00:39: Wenn wir mal so allgemein einsteigen wie beurteilen sie den Stand der erneuerbaren Energien und die Rolle der Erneuerbare Energien denn zum aktuellen Zeitpunkt?

00:00:49: Also Stand und Rolle der Erneuerbaren Energien sind eigentlich sehr stark.

00:00:53: Wir sind bei fast sechzig Prozent Anteil an der Stromerzeugung,

00:00:59: d.h.,

00:01:00: die Erneuermahnen sind wirklich systemsetzend Und das ist eine herausragende Leistung, die sich entwickelt hat in den vergangenen Jahren.

00:01:09: Aber heute stehen wir echt an einem Scheideweg D.h.

00:01:13: In welche Richtung geht es?

00:01:15: Geht es weiter mit dem Ausbau der Erneuerbaren oder aber wird der Ausbau abgebremst?

00:01:22: Und zurzeit diskutieren wir in einer ganzen Reihe Gesetze, die aus dem Wirtschaftsministerium kommen.

00:01:28: Wenn man sich die Gesamtschau ansieht, wird es schwierig für die Erneuervaren.

00:01:33: Die Bundesregierung ist exakt seit einem Jahr jetzt im Abend und sie hat sich Gerade auch im Bereich der Energiepolitik einige Ziele gesetzt.

00:01:44: Eines ist die Erneuerbaren Energien stärker an den Markt heranzuführen, das ist nicht wirklich neu.

00:01:49: Das haben andere Bundesregierung sich auch schon zum Ziel gesetzt.

00:01:54: ein weiteres Ziel ist dem Ausbau der Stromnetze und der Neuerbahnen Energien besser zu synchronisieren vor dem Hintergrund dass die erneuerbar stark zulegen, wie sie es auch gerade gesagt haben.

00:02:06: Teilweise geht's zwar auch wählenförmig aber tendenziell an starken und kontinuierlichen Ausbau der neuerbaren Energien.

00:02:14: die Stromnetze kommen aber nicht so richtig hinterher.

00:02:17: was heißt das für ihre Branche?

00:02:18: Na gut, es ist tatsächlich so dass die Netze nicht mitgewachsen sind.

00:02:23: Die haben nicht mit Stand gehalten mit dem Auswörter erneuerbar und jetzt muss man im Netzausbau sehr stark investieren beziehungsweise einiges unternehmen damit die netze auch tatsächlich schritt halten können.

00:02:37: Wir diskutieren ja ein Netzpaket der Bundesregierung, wir diskutieren darüber hinaus den sogenannten Agnesprozess der Bundesnetzagentur.

00:02:46: Beide haben zum Ziel eigentlich die Systeme effizienter zu machen für mehr Synchronisierung zu sorgen.

00:02:54: aber zumindest mal das was jetzt aus dem Wirtschaftsministerium herausgekommen ist ist geeignet, den Ausbau der Erneuerbaren abzubremsen und damit einen wesentlichen Meilenstein zu verlieren.

00:03:10: Auch da mal in die Details reingehen.

00:03:14: Der Vorwurf und die Sorge dass die neuen energiepolitischen Weichenstellungen den erneuerbarren Ausbau ausbremsen könnten haben wir in den letzten Wochen und Monaten vermehrt gehört.

00:03:25: wo man machen sie das jetzt konkret fest?

00:03:28: Also erst mal ist die Gesamtschau der Gesetze nicht geeignet den Ausbau weiter zu befördern.

00:03:35: Aber wenn wir uns zum Beispiel konkret das Thema Netze anschauen, die Bundeswirtschaftsministerin möchte gerne den sogenannten Redispatch-Vorbehalt einführen.

00:03:47: Das heißt dass entschädigungslose Abregeln von Energie von Anlagen in so genannten kapazitätslimitierten Gebieten.

00:03:58: Was bedeutet das?

00:03:59: Heute erhalten natürlich diejenigen, die Energie erzeugen.

00:04:03: Eine Entschädigung auch dann wenn sie abgeregelt werden.

00:04:07: künftig soll diese Entschuldigung entfallen und damit rechnen sich Investitionen nicht mehr Denn diese Entschädigung soll über einen Zeitraum von zehn Jahren entfallen.

00:04:19: Jetzt stellen wir uns mal vor, ein Investor möchte ein Windpark bauen.

00:04:25: Er ist in einem sogenannten kapazitätslimitierten Gebiet aber mit guten Windbedingungen beispielsweise.

00:04:33: kann die Investition durchrechnen, aber er weiß nicht wann und wie oft er abgeregelt wird.

00:04:39: Das heißt für wie lange er kein Geld bekommt?

00:04:42: Und wenn man überhaupt keine Idee hat, wie sich das entwickelt, geht man auch nicht in eine solche Investition hinein.

00:04:51: Denn das ist ja kein Peanuts was an Geld investiert wird, denn das sind wirklich große Summen!

00:04:58: Und deshalb glauben wir, dass entsprechend weniger investiert wird.

00:05:04: Es gibt Studien, NRWs beispielsweise die von dreivierzig Milliarden Euro fehlenden Investitionen tatsächlich ausgehen.

00:05:13: Das ist eine große Zahl.

00:05:15: Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche begründet diesen Vorschlag des Redispatch-Vorbehalts ja durchaus auch mit den hohen Redis Patch kosten, sie nennt dann die Zahl von drei Milliarden Euro pro Jahr.

00:05:29: Stimmt die Zahl aus ihrer Sicht denn eigentlich so was hier erneuerbaren Energien betrifft?

00:05:33: Also die Zahl ist eigentlich eine echte Frechheit.

00:05:37: und das man zu sagen, wenn in dreimaljahren Euro entfallen echten Abreglungskosten, vierhundertsechzig Millionen auf die Erneuerbare Energien.

00:05:48: Der Rest entfällt auf die Bereithaltung von Kraftwerken beziehungsweise die Abriegelung von Kraftwerk.

00:05:55: Also von daher kann man von fossilen Kraftwerkeln.

00:05:59: Von daher kann Man glaube ich nicht von drei Millionen Euro für die erneuerbaren sprechen sondern da sollte auch das Wirtschaftsministerium mit den korrekten Zahlen arbeiten.

00:06:10: Sie haben ja gerade ausgeführt, dass der Redis Patch Vorbehalt im Prinzip auch zu einer zehnjährigen Festschreibung das Status quo führen würde.

00:06:18: Und das ist natürlich eine Regel die Aus Sicht der neuerbaren Branche so wie sie argumentieren jetzt alles andere als ausgewogen daherkommt.

00:06:29: Wie könnte denn ein alternativ Vorschlag sein?

00:06:32: Denn Nachvollziehbar ist ja vielleicht durchaus schon auch, dass man sagt dort wo wir jetzt schon große Netzentpässe haben.

00:06:39: Wo wird den Ökostrom gar nicht mehr abtransportieren können?

00:06:44: In ungebremster Manier weiter in erneuerbare Energien reinzubauen kann ja vielleicht auch nicht ganz das Ziel sein.

00:06:51: Natürlich nicht!

00:06:51: Wir kennen ja selbstverständlich auch die Problemstellung an also das ist völlig klar.

00:06:58: aber wir müssen das Problem lösen ohne die Erneuerbaren über Geburt zu belasten.

00:07:05: Und da gibt es eine Reihe von Vorschlägen, es gibt kleinere Vorschlage sage ich mal, die dahingehend zum Beispiel tatsächlich abzuregeln am Netzverknüpfungspunkt nicht an der Anlage, wie das zurzeit ist.

00:07:20: Inzwischen Anlage und Netzvergnüpfungspunkt beispielsweise die Möglichkeit für den Bau von Speichern, Elektrolyseure

00:07:29: etc.,

00:07:29: tatsächlich zu geben so dass die Energie erst mal woanders hinfließen kann aber eben nicht abgeregelt erwähnen kann.

00:07:38: Das wäre eine relativ einfache Möglichkeit um Entlastung auch für die Netze zu schaffen.

00:07:44: dann natürlich ein Riesenthema ist die Digitalisierung.

00:07:49: Was wir nicht verstehen, ist dass die Bundesregierung oder die Wirtschaftsministerin nicht quasi... Ein Digitalisierungspaket, dem Netzpaket vorangestellt hat.

00:07:59: Das heißt ein Großteil unserer Probleme liegt hier in der fehlenden Digitalisierung.

00:08:05: Manche Netze werden wirklich analog im Blindflug gefahren und auch hier müsste es zu einer echten Offensive kommen.

00:08:14: Dann können sie auch wesentlich besser lokal steuern.

00:08:18: Und dann haben Sie sowohl im Agnesprozess als auch jetzt im Netzpaket könnten sie diskutieren, flexible Baukostenzuschüsse zu verlangen.

00:08:29: Also hier auch ein Instrument der lokalen Steuerung zu implementieren.

00:08:35: Und dann gibt es ja weitere Vorschläge, beispielsweise von BET oder den Vorschlag der Jüngste EWE und NBW gemacht haben.

00:08:46: Auch zur lokalen Steuerung die müssen wir uns nochmal ganz genau angucken wie sie tatsächlich auf die Errichtung neuer Anlagen wirken.

00:08:55: aber wie gesagt es liegen verschiedene Optionen auf dem Tisch und da sage ich Ihnen herzlichen Sie sind alle besser als das was aus dem Wirtschaftsministerium raus.

00:09:05: Sie haben ja im Rahmen der Berliner Energietage an einer Veranstaltung Teile genommen zusammen mit Christian Schmidt, dem Leiter der Stromabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums.

00:09:15: Gab es denn Anzeichen dass das Bundes Wirtschaftsministerium bereit ist die eine oder andere Regel auch nochmal anzupassen?

00:09:23: Ich würde sagen, die Zeichen waren widersprüchliche Natur.

00:09:26: Aber ich habe mich erst mal gefreut in Canceland bislang mein Asiatischen Ministerium mir ein wenig zugeknüpft hat, wenn es darum ging Veranstaltungen zu besuchen, die von Erneuerbaren ausgerichtet wurden und deshalb fand ich das schonmal ein positives Zeichen genauso wie er mehrfach in der Veranstaltung auch betont hat dass er eben zu Gesprächen zur Verfügung steht zum Ausdauern zur Verfügung stehen.

00:09:53: Also sehr positiv, nicht ganz so positiv also eher negativ sogar ist dass er wirklich an dem Redis Patch Vorbereit festhält.

00:10:05: Was er nicht nachvollzieht kann, will – wie man das auch immer bezeichnen mag – ist dass es wirklich ein echtes Investitionshämnis ist.

00:10:16: Und ich glaube oder habe den Vater, dass das Ziel ist tatsächlich, den Bau neuer Anlagen in den kapatitätslimitierten Gebieten zu verhindern.

00:10:28: Wozu führt das aber?

00:10:31: eine Karte erstellt, mithilfe der Daten in der Verteinheitsbetreiber.

00:10:36: In denen man sehen kann auch über mehrere Jahre hinwegsehen kann wie sich die limitierten Gebiete entwickelt haben.

00:10:43: Gebiete, die im vergangenen Jahr noch unter drei Prozent waren – drei Prozent ist ja die Schwelle um die es geht – sind im letzten Jahr bei drei Prozent gewesen und so können Sie sehen dass die Zahl der limitierten Gebiete immer weiter zuwächst dann eben, dass keine neuen Anlagen gebaut werden.

00:11:03: Und diese Transmission hat Herr Schmidt noch nicht nachvollzogen und da hoffe ich, dass wir vielleicht doch noch ein paar Gesprächsmöglichkeiten haben.

00:11:14: Verwendene Anhörung steht ja auch noch aus zum Netzpaket unsere Positionierung deutlich zu machen.

00:11:20: Gesprächsbedarf gibt es in diesem Jahr auch noch zu einem anderen großen Thema, denn auch eine Reform des Erneuerbaren-Energiengesetzes steht an.

00:11:29: Eine große Reform.

00:11:33: Die Vorschläge dazu sind mittlerweile bekannt und es gibt auch da einen großen Aufschrei aus der Neuerbahnbranche.

00:11:45: Kleine Solaranlagen sollen künftig nicht mehr gefördert werden, sondern am Markt teilnehmen.

00:11:51: Wie stehen Sie dazu?

00:11:54: Das ist ja quasi schon eine rhetorische Frage die sie hier stellen.

00:11:59: also wir lehnen diese Streifung der Vergütungen bei Auftrag pv anlagen natürlich ab aus dem einfachen Grund weil Sie länger brauchen, um sich zu amortisieren.

00:12:11: Das ist der erste Punkt und das ist denn schon entscheidend auf wie man fünfzig oder sechzig Jahre alt ist, sich in PV-Anlage noch auf sein Haus setzen möchte.

00:12:21: Der guckt sich schon sehr genau an wann die Anlage tatsächlich, ich sage mal in Anfangstrichen abbezahlt ist bzw.

00:12:28: sich rechnet.

00:12:30: Zum zweiten ist Aufdach-PV ein echter Einstieg in die Welt der Erneuerbarm.

00:12:36: Die Initiative Klimaneutrales Deutschland hat mal eine Umfrage zusammen mit dem Institut für Demoskopie Allensbach gemacht, nach der auf die PV Investition meistens die Wallbox das E-Auto und die Wärmepumpe der Speicher etc.

00:12:54: folgt.

00:12:55: Das alles sollten wir politisch unterstützen.

00:12:59: Denn wenn es zu einer Stellkranz CO-Zweibepreisung kommt, auch im Rahmen des ETS II, dann werden diejenigen, die nicht so elektrifiziert sind zur Hause, werden ganz übel das Nachsehen haben und sehr viel bezahlen müssen.

00:13:14: Und dann sehe ich schon von meinem gastigen Auge die Diskussion in der Politik um den Aufstrahl, um Verschiebungen ... Förderung etc.

00:13:26: Pp, alles was man jetzt einfacher und für kleines Geld haben könnte.

00:13:31: Aber programmatisch Herr Senos ist im EEG auch die Direktvermarktungspflicht für kleine Anlagen.

00:13:39: Jetzt stellen Sie sich mal den normalen Eigenheimbesitzer oder ich stelle mir mich vor sagen wenn man jetzt ihren Strom selber vermarkten muss Ich habe doch überhaupt nicht die digitalen Voraussetzungen dazu, das zu machen.

00:13:56: Und deshalb gilt auch im EG, warum macht man nicht ein Digitalisierungspaket vorne weg?

00:14:06: Warum schafft man das nicht?

00:14:07: Wir haben jetzt einen Digitalisierungsministerium.

00:14:12: Da kann man doch mal sich anschauen was brauchen wir in den Energiebereich an dringend notwendiger Digitalisierung, wie bringen wir das voran?

00:14:22: Dass wir im Smart-Meter-Rollout so krottenschlecht sind liegt ja nicht daran dass die... Das muss ich jetzt mal ehrlich sagen.

00:14:30: Dass diejenigen, die die Smart Meter installieren so blöd und so langsam sind sondern dass wir es geschafft haben diesen relativ einfachen Vorgang mit Bürokratie Datenschutz etc.

00:14:42: so zu überladen, dass es nicht funktioniert.

00:14:46: aber wenn die Voraussetzung nicht geschaffen ist kann die Direktvermarktung im EEG auch nicht geschafft werden.

00:14:52: Das ist ein interessanter Punkt, den Sie ansprechen.

00:14:55: Denn tatsächlich ist ja jetzt die Idee das kleinere Solaranlagen eben in diese Direktvermarktung gehen sollten.

00:15:02: dazu müssen sie steuerbar sein dafür brauchen sie digitale Infrastruktur.

00:15:06: aber wir haben bisher einen Rollout-Szenario dass nur Anlagen ab sieben KW überhaupt da mitdenkt und mit einbezieht.

00:15:16: das heißt also Die Regierung müsste eben tatsächlich eigentlich erst mal diesen Schritt gehen, den Bereich, den man jetzt mit in die Direktvermarktung schicken will auch mit digitaler Infrastruktur auszustatten.

00:15:29: Was bisher quasi gar nicht der Fall ist so wie Sie sagen?

00:15:32: Genau, genau!

00:15:34: Das ist das Thema, die digitale Infrastruktur, es ist gut gesagt fehlt.

00:15:38: Gibt es denn überhaupt Anbieter aus Ihrer Sicht diese Rolle übernehmen würden also... angenommen, die digitale Infrastruktur wäre auch da.

00:15:46: Die sollen ja ausgestattet werden?

00:15:48: Da bin ich mir wieder umsichert, dass sich Anbieter auftun wären und sagen, es ist vielleicht eine marktnische.

00:15:56: Aber bekommt das dann wirklich den Eigenheimbesitzern gut?

00:16:01: Das sind ja die nächsten Fragen.

00:16:04: Also ich halte diese Direktvermarktungspflicht für komplett unausgegoren Wie sie jetzt ist ja nur ein League im Moment.

00:16:13: Wie sie in dem EEG-League beschrieben ist und ich bin jetzt mal gespannt auf die echte Ausgestaltungsmöglichkeit, wie sie in die Verbände anhören gehen wird.

00:16:24: Das müssen wir tatsächlich eben noch abwarten.

00:16:27: Die Eckpunkte sind durch den League bekannt geworden Und die Diskussion hat sich vor allem auf das Segment der kleinen Solaranlagen jetzt auch fokussiert.

00:16:37: bei allem, was Sie da bisher schon rauslesen konnten aus den Plänen zum EEG.

00:16:43: Ist das denn auch Positives aus Sicht der Neuerbahnbranche enthalten?

00:16:47: Also positiv ist auf jeden Fall dass wir die Differenzverträge bekommen werden – die CFDs.

00:16:53: Das ist sicherlich etwas, was wir gut finden.

00:16:57: Wir finden auch gut, dass uns produktionsabhängige Differenzverträge sein sollen.

00:17:03: Also CFDs denn bei Produktionsunabhängigen die nur mit Referenzwerten arbeiten gibt es zu große Ungenauigkeiten.

00:17:14: da ist aber jetzt wieder der Nachteil, wir hätten uns keine feste Linie gewünscht also einen festen Preis sondern ein Korridor in dem sich das bewegt, aber das wird man sicherlich noch im Rahmen der Anhörung diskutieren.

00:17:29: Ein Stück weiter als die EEG-Reform, die ja bisher sozusagen noch gar nicht in offiziellen Papieren vorliegt ist die Umstellung und die Neuerung beim Gebäudeenergiegesetz – dass jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz heißen soll.

00:17:47: Dort soll ja künftig Biomethane deutlich größere, stärkere Rolle einnehmen.

00:17:54: Wir kennen jetzt auch die Zahlen wie diese sogenannte Biomethan Trepper also die Nutzung von Biomettan in Gasheizungen dann aussehen soll.

00:18:06: wieder Hochlauf ausgestaltet werden wird.

00:18:11: Heute ist Biomethan ja noch ein Nischenmarkt, muss man eigentlich sagen.

00:18:14: Kann Biomethand die Erwartung, die jetzt auf einmal und relativ doch plötzlich an den Energieträger gestellt werden überhaupt erfüllen?

00:18:23: Naja, unsere Fachverbände sagen ja auf jeden Fall.

00:18:26: Es gibt umfangreiche Potentialanalysen und Potenzialstudien dass das auf jeden fall machbar ist.

00:18:34: man wird sich nur mal anschauen müssen welche Rolle soll.

00:18:40: das haben wir gestern auch auf den Energietagen diskutiert?

00:18:44: Welche Rolle soll Biogas denn eigentlich jetzt insgesamt spielen sei es im Strombereich als steuerbare Energie zur Verfügung stehen.

00:18:56: soll es wie jetzt im Gebäude Modernisierungsgesetz vorgesehen, soll es im Wärmebereich sein.

00:19:03: Welche Rolle soll es denn tatsächlich sein oder soll es sich aufsplitten?

00:19:08: Und da komme ich zu einem Thema was mir so ganz missfällt an den Gesetzen.

00:19:16: Es liegt dahinter kein energiepolitisches Leitbild also es gibt keine zentrale Idee.

00:19:24: Wo will die Bundesregierung denn in der Energiepolitik hin?

00:19:29: Klar, wir reden über Versorgungssicherheit, Resilienz.

00:19:32: Wir reden über Bezahlbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Klimaschutz – all das!

00:19:38: Aber wie das erfüllt werden soll ist überhaupt nicht unterlegt und deshalb ist es eben an dem Fall von Biogas- und Gebäudemodernisierungsgesetz macht das so deutlich Das schon zwei Abteilungen in einem Ministerium auf dieselbe Erzeugung zu greifen, aber sich nicht untereinander verständigen wie das denn jetzt aufgeteilt werden soll.

00:20:06: Wenn Sie verstehen was ich meine?

00:20:08: Wir haben einmal seit einerseits quasi die Stromabteilung und für den Stromsektor wo es auch im EEG ja zusätzliche Ziele gibt in Biogas Anteil auszubauen.

00:20:19: wir haben im Gebäude modern Ein Sicherungsgesetz, jetzt auf einmal eine Tür die aufgeht und man kann eher sagen ein Tor für Biometharen das da aufgeht.

00:20:30: Gleichzeitig ja auch noch im Kraftstoffmarkt mit Neuerungen bei der sogenannten TAG-Quote.

00:20:36: Auch nochmal einen Faktor, der dort die Nachfrage weiter ausbauen könnte ist erstmal Für die Betreiber von Biogasanlagen und potenziellen künftigen Herstellern vom Bio-Metan eine gute Nachricht.

00:20:50: Aber wenn man auf den Markt blickt, kann man natürlich Fragezeichen aufwerfen was das mit den Preisen dann auch künftig macht?

00:20:57: Ja aber wir müssen tatsächlich schauen wer welche Rolle spielt, wer wohin kommt, wer etwas erfüllen kann.

00:21:07: wie sich die Preisentwicklung zeigt werden wir sehen.

00:21:13: Es ist jetzt ein bisschen technologieoffener.

00:21:15: Auch die Bioträufe sind ja nicht nur Biogas oder Bioöl, sondern es sind auch andere Möglichkeiten im Gesetz geschaffen.

00:21:27: Das muss man sich wirklich in der praktischen Ausgestaltung angucken.

00:21:32: Was mich natürlich noch viel mehr beschwert, ist dass das Ganze im Jahr zwanzig vierzig einfach abreißt.

00:21:38: Also es gibt kein Gedanken über das Jahr zwanzigvierzig hinaus.

00:21:42: Und zwanzivfünfeinzig ist eigentlich das Ziel des alten Gebäudeenergiegesetzes, also auch hier ist meines Erachtens nicht sehr sauber gearbeitet worden.

00:21:56: Biotreppe ändert bei sechzig Prozent dann bleiben noch fünf Jahre zum eigentlichen Ziel der vollständigen Klimaneutralität ist immer noch das Ziel der Bundesregierung.

00:22:07: So ist es auch im Koalitionsvertrag formuliert, aber wir sehen doch gewisse Absetzungsbewegungen.

00:22:14: Glauben Sie, dass an diesem Ziel noch gerüttelt wird?

00:22:18: Geht ja nicht!

00:22:19: Also das glaube ich nicht, dass am Ziel gerüftelt werden.

00:22:22: Ich befürchte eher, dass man im Jahr zweizig-vierzig mit leeren Taschen da steht und sagt oh, wir haben's noch nicht geschafft.

00:22:30: und oh, es sind doch nochmal im Jahr zwanzig dreißig so viele auf Öl und Gasheizungen umgestiegen, da haben wir gar nicht mit gerechnet.

00:22:40: Und das werden die praktischen Probleme sein und das ärgert mich auch so sehr.

00:22:47: Erst mal dass Leute nochmal in den Öl- und Gas gehen gegebenenfalls mit hohen Kosten am Ende des Tages, wobei ich schon froh bin, dass man jetzt diese Biogast oder Biotrippen konsequent einführen will.

00:23:03: Aber das andere ist, dass die Rechnung nicht bis zum Jahr zwanzig viertundvierzig trägt und das halte ich auch wirklich für ein Webfehler Herr Seelos des

00:23:14: Gesetzes.".

00:23:15: Dann sage ich vielen lieben Dank Frau Heinenesser für ihre Zeit und für das Gespräch, auch für die klaren Worte und die deutlichen Einschätzungen zu den aktuellen Gesetzgebungen.

00:23:31: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

00:23:33: Dass sie bei uns im Podcast waren ... im gemeinsamen Podcast der Energietage und von Energate.

00:23:40: Die weiteren Folgen, die wir anlässlich der Berliner Energietag in diesem Jahr gemeinsam aufgezeichnet haben, die verlinken wir Ihnen in den Show-Notes.

00:23:50: Teile davon habe ich auch zusammen mit Jürgen Pöschk dem Veranstalter der Berliner Energietages aufgenommen also hören Sie gerne auch in diese Folgen rein.

00:23:59: Und zum Schluss noch mal vielen Dank, Frau Heinesser.

00:24:08: Herzlichen Dank!

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