Reiner Hoffmann – Nachhaltigkeit, wer will dieses Wort eigentlich noch hören?
Shownotes
Energiewende und Nachhaltigkeit, sind für viele Menschen zu Reizbegriffen geworden… Wie aber blickt der Nachhaltigkeitsrat auf die Energiewende in Deutschland? Dies fragen wir Reiner Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, der vielen noch als DGB-Vorsitzender in Erinnerung ist.
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00:00:02:
00:00:10: Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Energietage-Podcastes.
00:00:15: Den wir wieder in Kooperation mit Energie den Personen vom Chefredakteur, dem lieben Chris Seelus ... gemeinsam produzieren.
00:00:24: Wir freuen uns hier einen ganz besonderen Gast begrüßen zu können, Herrn Rainer Hoffmann vom Rat für Nachhalt die Entwicklung, ehemaliger DGB-Vorsitzender und sie ahnen es wir werden uns sehr stark um soziale Fragen der Energiewende in Deutschland bemühen.
00:00:42: Lieber Chris ist ja schon fast Tradition.
00:00:44: stell du dir an die erste Frage.
00:00:46: Lassen Sie uns doch So einsteigen, dass sie unseren Hörerinnen und Hörern, die das vielleicht nicht so genau auf dem Schirm haben erst mal kurz erläutern.
00:00:55: Was macht der Rat für nachhaltige Entwicklung eigentlich?
00:00:58: Der Rat für Nachhaltigentwicklung wird dieses Jahr ... ... twenty-fünf Jahre jung!
00:01:05: Wurde ... ... zwei tausend eins eingerichtet von der damaligen
00:01:10: Rotgrünen
00:01:12: Bundesregierung mit Gerhard Schröder und Joschka Fischer.
00:01:17: Und es war damals die Anforderung – und das hat sich wenig geändert, dass in allen Fragen der Nachhaltigkeit dieser Ratte sich aus fünfzehn Mitgliedern zusammensetzt, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen.
00:01:34: Aus der Wirtschaft, aus Umweltverbänden, aus den Gewerkschaften ... aus der Wissenschaft!
00:01:41: Die Bundesregierung aberät und auch die öffentliche Debatte über nachhaltige Entwicklung stimulieren soll.
00:01:49: und jetzt ist in der Tat die Nachhaltigkeit ein bisschen ins Hintertreffen geraten.
00:01:55: Das ist auch ein sperriger Begriff, worüber reden wir eigentlich?
00:02:01: Und das knüpft an unter anderem an den siebzen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, die sozusagen international oder weltweit versuchen unsere Gesellschaft, unserer Wirtschaft aber auch unseren Planeten so zu entwickeln und zu gestalten dass wir mit dem Naturverbrauch vorsichtiger umgehen also nicht mehr verbrauchen als wie dieser Planet den letztendlich auch wieder sich regenerieren erneuern kann das wir das Klima schützen.
00:02:41: Wir alle wissen die Planetaren Grenzen sind durch menschliches Handeln fast erreicht, wenn wir das Klima des Pariser Klimaabkommen die Zielsetzung der Erderwärmung auf ein bis zwei Grad einlösen wollen.
00:03:02: Dass wir zukünftig nachhaltiger Wirtschaft leben müssen und mein besonderer Zugang ist dass mir das nicht nur aus der Perspektive Umwelt der Ökologie betrachten, sondern Nachhaltigkeit hat immer drei Säulen.
00:03:19: Wir müssen wirtschaftlich erfolgreich sein es muss aber auch sozial gerecht zugehen und wir müssen unsere Umweltschützen.
00:03:30: Und das sind die drei Parameter an denen wir nachhaltig in allen Politikbereichen versuchen Zu verankern und immer der Frage nachzugehen wird dem Ziel der Nachhaltigkeit, in dem was wir machen politisch aber auch ökonomisch wird das Leben gerecht.
00:03:49: Es gibt ja eine ganze Menge Rähte Wirtschaftsweise Umwelt.
00:03:55: und haben sie einen speziellen Erfolgfall wo Sie sagen können Das hat unser Rat durchgesetzt.
00:04:03: Da haben wir einen wichtigen Impuls gegeben in den letzten Jahren?
00:04:05: Ja, wir haben in den vergangenen Jahren glaube ich einige ganz erfolgreiche Beratungen organisiert als aber auch Projekte durchgeführt.
00:04:14: Beispielsweise ein Produkt des Rats für nachhaltige Entwicklung der letzten Jahre war der sogenannte DNK, der Deutsche Nachhaltigkeits-Codex.
00:04:22: Wir wissen die Unternehmen sind verpflichtet zukünftig ihre nachhaltigen Geschäftsstrategien offen zu legen, darüber zu berichten.
00:04:32: Das basiert weitestgehend auf europäischen Rechtsvorgaben und da war häufig die Kritik dass das alle sehr bürokratische Verfahren sind und die Unternehmen ständig Daten sammeln müssen und das alles nur eine Belastung ist und gerade für kleinere und mittlere Unternehmen.
00:04:50: Und da haben wir gesagt, na ja also das kann man auch vereinfachen dass wir einen Codex zur Verfügung stellen.
00:04:56: Gerade für kleinare und mittlerer Unternehmen die nicht zwingend berichtspflichtig sind weil die Berichtspflichtigkeit denn erst ab einem bestimmten Umsatz oder einer bestimmten Unternehmensgröße bezogen auf die dort arbeitenden Menschen erfolgt und dass wir diese unterschiedlichen Berichtslichten zusammenführen.
00:05:15: Und eine Checkliste geben, wenn das vereinfacht zu sagen an denen sich die Unternehmen orientieren und dann ihre Berichte verfassen können.
00:05:24: Wichtig ist dabei mal wieder einmal festzustellen, dass es eben nicht nur im Berichtslichten geht.
00:05:29: Das ganze hat ja das Ziel, dass die Unternehmen auch ein Stück weit... eine Sensibilität entwickeln, was sie tun können um eben den nachhaltigen oder den Kriterien des nachhaltige Wirtschafts gerecht zu werden und am Ende damit auch erfolgreicher sein werden.
00:05:49: Weil nachhaltiges Wirtschaften heißt beispielsweise Ressourcen schonen, energieeffizient zu arbeiten.
00:05:56: Und das sind alles Elemente Aspekte die uns unsere Wirtschaft aber auch die Unternehmen langfristig erfolgreicher machen Und dieser deutsche Nachhaltigkeitsgodex ist sehr gut angenommen.
00:06:11: Er wird jetzt gerade sozusagen weiterentwickelt und ist digital zugänglich, und wir sind mittlerweile über tausend achthundert Unternehmen die damit arbeiten.
00:06:22: das ist ein schöner Erfolg.
00:06:24: Super!
00:06:25: Wir werden ja gleich noch aufs Thema Wärmeplanung kommen.
00:06:28: zu diesem Thema sind sie auf die Energietage hier nach Berlin eingeladen worden.
00:06:32: Aber holen Sie uns auch vielleicht nochmal kurz ab bei der generellen Zugangsthematik zum Thema Energie, die da gerade für nachher die Entwicklung hat?
00:06:43: Also
00:06:44: unsere Gesellschaft, unser Wirtschaftsmodell basiert natürlich seit hundertfünfzig zweihundert Jahren auf fossilen Energieträgern.
00:06:56: Wir haben eine industrielle Revolution, da kann man sich heute gar nicht mehr so richtig vorstellen.
00:07:00: Ich war gerade am Wochenende in Recklinghausen.
00:07:02: Ruhverspiele ist einmal im Jahr dritter Mai ein wunderbares Ereignis das immer daran erinnert dass dieses Ruhrgebiet eines der Quellen für Reichtum in Deutschland war weil damals wurde auf der Basis von Kohle in Deutschland Energie gewonnen.
00:07:20: Daraus wurden Stahlunternehmen oder Stahlwerke sind daraus entstanden, alles unter doch ziemlich schwierigen Bedingungen.
00:07:31: damals noch nicht in dem Bewusstsein dass das CO² imitiert in eine Maße was unserem Planeten ein bisschen in Unwucht bringt und wir haben jetzt erkannt dieses Wirtschaften nicht mehr auf der Basis von fossilen Energieträgern, Öl, Kohle erfolgreich weiter betreiben können.
00:07:56: Wenn wir nicht den Kollaps unseres Planeten Erde in Kauf nehmen wollen sondern haben jetzt das gigantische Vorhaben vor uns umzustellen auf erneuerbare Energien.
00:08:07: und da sage ich natürlich als alter Gewerkschafter Wir wollen in Deutschland aber auch in Europa Industrieland Bleiben.
00:08:17: Und wenn wir Industrieland bleiben wollen, dann brauchen wir natürlich Energien!
00:08:23: Die Grundstoffindustrie, Chemie, Stahl basieren auf Energie sind sehr energieintensiv.
00:08:31: die Zementindustrie, die Glasindustrie Wir alle wollen diesen industriellen Wohlstand erhalten aber bitte nicht mehr zu Lasten unserer Natur sondern auf der Basis von Erneuerbaren Energien.
00:08:48: Und das dringt durch alle Gesellschaftsbereiche und ist, wie ich finde ein fantastisches
00:08:55: Umbau-Projekt.
00:08:57: Viele reden von der Transformation.
00:09:00: Transformationen ist so ein bisschen ein technischer Begriff um.
00:09:03: Menschen wollen nicht einfach transformiert werden.
00:09:06: da haben viele ganz negative Erfahrungen mit.
00:09:09: aber die Vorstellung dass wir hier was bauen, dass wir unsere Wirtschaft umbauen auf der Grundlage von erneuerbaren Energien.
00:09:19: Ich finde, das ist eine gigantische Aufgabe die sehr viele Perspektiven beinhaltet.
00:09:25: wenn wir es gut hinkriegen und unseren Wirtschaftsstandort und unseren Industriestandort langfristig dann auch sichern wird und damit verbunden auch gute Arbeit Menschen diesen Umbauer letztendlich bewerkstelligen, identifizieren sich ja auch mit ihrer Arbeit.
00:09:45: Und wenn Sie wissen das ist mehr als nur Bruderwerb.
00:09:49: natürlich müssen die Löhne stimmen.
00:09:50: deshalb sage ich als Gewerkschafter wir brauchen anständige Tariflöhne und Betriebsräte und Mitbestimmung aber das Produkt was wir erstellen dass das so eine tolle Zukunftsperspektive hat.
00:10:00: da kann ein Schuh draus werden und da engagieren wir uns als Rat für nachhaltige Entwicklung sehr
00:10:08: dass
00:10:08: dieser Umbau gelingt.
00:10:11: Wir sagen immer auch gerne, wir sind für eine gelingende Nachhaltigkeit.
00:10:17: Gelingend für die Menschen, für die Umwelt und für die jungen Generationen.
00:10:23: Für sichere zukünftige
00:10:25: Perspektiven.".
00:10:27: Sie sprechen von einem fantastischen Umbaubau?
00:10:30: Projekt auch mit eigener Begeisterung, wie wir hören.
00:10:34: Aber die Begeistung im Lande ist in den letzten Jahren so ein Stück weit abhandengekommen.
00:10:39: einerseits in der Industrie Sie haben das gerade angesprochen.
00:10:43: Wir haben natürlich ein Problem bei der Bezahlbarkeit der Energieversorgung aber auch bei den normalen Haushalten.
00:10:51: da war aller Voraussicht nach ja die Diskussion um das Gebäude-Energiegesetz im letzten Jahr ein gewisser Kipp Punkt, was muss denn aus Ihrer Sicht passieren damit die Diskussion hier wieder positiver gestaltet werden kann?
00:11:08: Ich bin davon überzeugt dass wir ganz viele Unternehmen im Lande haben.
00:11:12: Da sind große Konzerne aber auch viele milchständische Unternehmen in Maschinen und Anlagenbau.
00:11:20: Die haben komplett verstanden.
00:11:22: Wir gehen in Zukunft Richtung nachhaltige Entwicklung.
00:11:28: Dabei gibt es natürlich immer auch Zielkonflikte und Partikularinteressen.
00:11:32: Und was wir auch als Rat immer wieder sagen, ist, wir müssen diese Zielkonflkte offenlegen.
00:11:37: Wir müssen sie transparent machen.
00:11:39: Natürlich gibt es damit verbunden auch Verteilungskonflikte.
00:11:44: Das ist nicht einfach mal ebenso ohne Konflikte zu bewerkstelligen.
00:11:49: Aber die Frage ist doch wie gehen wir mit den Konflikten um?
00:11:52: Und im letzten Jahr mit dem Gebäudeenergiegesetz, was Volksmund dann als das Heizungsgesetz der Heizungshammer diskreditiert wurde.
00:12:04: Da ist einiges in der Tat schief gelaufen ja?
00:12:07: Das muss man einfach sagen weil die soziale Dimension Dieser Energiewende muss immer am Anfang mitgedacht werden.
00:12:17: Und man muss den Menschen am Anfang Sicherheit geben, Perspektiven geben, dass wir das im Blick haben.
00:12:24: und es ist doch leider die traurige Realität... die Menschen mit kleinen mittleren Einkommen in der Regel, in solchen Stadtteilenwohnen wo wir die höchsten Umweltbelastungen haben.
00:12:35: Die in Mietz-Häusern wohnen mit der geringsten energetischen Gebäudeverfassung, die nicht die Kosten oder nicht die Einkommen haben um beispielsweise eine Wärmepumpe zu installieren und viele Dinge mehr.
00:12:55: Und wenn ich das meinen Überlegungen an den Anfangstelle und dafür auch Lösungen anbiete.
00:13:03: Und natürlich immer wieder deutlich mache, es geht um Verteidigungskonflikte weil die Menschen mit kleinem geringsten Einkommen haben den geringesten CO-Zwei Fußabdruck...
00:13:18: ...und die
00:13:19: geringste Spielräume!
00:13:20: ...und sind aber gemessen an ihrem Einkommen bei zweieinhalbtausend drei tausend Euro im Monat am stärksten betroffen und können es einfach nicht stemmen.
00:13:32: Diejenigen mit hohen Einkommen, die mit den SUVs und dreimal im Jahr, mit dem Flieger wo immer auch hin haben eine ganz andere Relation und die trifft das nicht so sehr wenn die CO-Preise jetzt steigen ja?
00:13:48: Wir haben ne Debatte über das sogenannte ETS System, European Trading System.
00:13:57: Das ist dem Menschen auch schon viel zu abstrakt.
00:13:59: Und wenn sie jetzt immer nur Sorgen haben, Angst haben ... Da steigen die Kosten ins Unendliche!
00:14:05: Und ich kann mir ein Elektroauto, weil es noch viel teurer ist nicht leisten.
00:14:11: Ich habe keine Sicherheit dass die Infrastruktur so aufgebaut ist wie eine normale Tankstelle sich jederzeit denn auch meine Batterie wieder aufladen kann.
00:14:20: das verunsichert.
00:14:21: und dann haben wir leider auch die Erfahrung in Deutschland in vielen anderen europäischen Ländern dass das ein enormes Verhetzungspotenzial bietet für die Parteien, die keine Veränderung wollen.
00:14:34: Sondern die in den Rückspiegel gucken back to the future und daraus politisches Kapital schlagen.
00:14:42: Und dann wird daraus auch ein Problem für unsere demokratische Verfasstheit.
00:14:49: Das heißt ich muss zwingend dem Menschen auch mit kleinen geringen Einkommen immer zum Ausgangspunkt von Überlegungen zu machen.
00:14:58: wie kann uns das gelingen?
00:15:00: Können Sie das konkretisieren in Bezug auf die Diskussion um die kommunale Wärmeplanung?
00:15:05: Weil meine Befürchtung war lange Zeit, dass das was mit dem sogenannten Heizungsgesetz passiert ist sich auf kommunaler Ebene natürlich hervorragend wiederholen lässt.
00:15:15: Wenn wir über zehn tausend Kommunen der Aufgabe der konkreten Ausgestaltung auch noch mit Konsequenzen versehen, ohne ihnen das Rüstzeug zu geben.
00:15:28: Absolut.
00:15:29: Aber haben Sie da aus Sicht des Rates eine Strategie entwickelt?
00:15:33: Ja natürlich!
00:15:34: Wir sagen gerade was diesen Umbau betrifft, dass wir jetzt mit einer kommunalen Wärmeplanung erleben, dass die Menschen eine klare Orientierung bekommen, Sicherheit bekommen sowohl als Mieter, aber auch als Eigenzimmer einer Eigentumswohnung oder eines Reihenhauses.
00:15:56: Was da passiert ist Planungssicherheit für mich, dass ich ein ganz klares Angebot bekomme.
00:16:04: Gibt es zentrale Lösungen über Fern- und Nahwärme an denen ich angeschlossen werden kann?
00:16:10: Oder brauche die zentralen Lösungen wie beispielsweise eine Wärmepumpe?
00:16:16: wird dieses anstückweit sozial flankiert, wenn ich ein Einkommen habe das nicht ausreicht um diese Investition alleine zu stemmen.
00:16:26: Und bei den Mietern sagen wir Wenn die Vermieter meinen dazu dadurch dasszu missbrauchen in der gewissen Weise dass daraus weitere Mieterhöhungen entstehen Die leider in vielen Städten Deutschlands heute schon so exorbitant hoch sind die Wohnungsfragen mit einer der sozialen Fragen schlechthin ist und über die Wärmewende jetzt sozusagen nochmal Belastungen auf den Menschen zukommen.
00:16:53: Die machen wir nicht mit, also sagen wir beispielsweise... Wir brauchen sowas wie warm mieten Neutralität.
00:17:01: Warm mieten neutralität hört sich sehr technisch an aber bedeutet doch auch wenn ich dann über erneuerbare Energien zukünftig meine Wärmesicherstelle erneuherbarer Energien werden langfristig deutlich günstiger und was wir wissen ist aufgrund der CO-Zweibepreisung, dass fossile Energieträger auf jeden Fall teurer werden.
00:17:23: Direkt
00:17:23: eingehakt weil das ist eine spannende Diskussion die Chris viel besser kennt als ich war.
00:17:28: Mietenneutralität ist natürlich bislang auch schnell diskreditiert worden.
00:17:32: als Hemmschuh für energetische Modernisierungsfragen.
00:17:36: im Erzeugungsbereich sage ich mal Diskussion, das wird alles kosten die Transformation.
00:17:44: Die Kosten müssen irgendwo bleiben und wenn man jetzt sie war mit Neutralität so definiert wie bislang dann wären wir weiterhin mit der Transformation weiß Gott nicht so schnell vorankommen wie bisher.
00:17:58: Es würde zuerst für euch noch ein bisschen ergänzen was ich hier so Ansatzweise gesagt
00:18:02: habe.
00:18:03: es leitet sich ja einfach die Frage daraus ab.
00:18:05: sehen Sie diese Gefahr auch?
00:18:07: weil?
00:18:07: wir haben natürlich zwei Stellhebel einerseits Um die Wärmerwände voranzubringen, geht das um einen Technologieaustausch.
00:18:15: Aber wir dürfen die Gebäude-Hülle nicht vergessen!
00:18:18: Mein Eindruck ist durchaus, dass passiert in der Energiebranche schon auch irgendwie ein Stück weit, dass die Geboudehülle vergessen wird.
00:18:26: Auch das hat Diskreditierungspotenzial.
00:18:29: über die Gebordedämmung wurde schon viel gesprochen und nicht nur Positives.
00:18:35: Sehen Sie da eine Gefahr, dass dieses Zusammenspiel, das wir schon wieder irgendwo an so einer Art Kipppunkt sind?
00:18:40: Ja natürlich
00:18:41: ist das Risiko da.
00:18:42: Überhaupt gar keine Frage und wir haben immer noch keine Antwort darauf wie beispielsweise die steigende CO-Zweibepreisung bei den Menschen mit geringen mittleren Einkommen, wie da die Entnastung sichergestellt werden soll wird das was der Staat an Mehreinnahmen hat über den CO-Preis, der perspektivisch steigen wird aufgrund des sogenannten ETSsystems.
00:19:05: Wird dieses zurückgegeben an die Bürgerinnen und Bürger und zwar nicht mit der Gießkanne sondern an diejenigen mit geringen mittleren Einkommen da kann man denn darüber reden wie wir dieses geringe mittlere Einkommen definieren.
00:19:19: das ist ein politischer Prozess.
00:19:21: muss man sich dann verständigen?
00:19:23: Und gibt es dann Ausgleich, so dass am Ende des Tages uns ganz gut geht und die Akzeptanz zu fördern.
00:19:30: Die Menschen mit den geringeren Einkommen Am ende des Tages noch dreißig auch mehr im Monat haben und dadurch einen kleinen zusätzlichen Einkommensgewinn erzielen.
00:19:40: Und die sich leisten können, die kriegen aber keine Rückvergütung.
00:19:46: Sondern da wird ein Teil das ist ja die Frage der Verteilung Gewinne für den Staat über die CO-Zweibepreisung eben genutzt.
00:19:58: Für weitere Umbaumaßnahmen in der Daseinsvorsorge, im Ausbau beispielsweise von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.
00:20:14: Die Investitionsbedarfe in unserer Gesellschaft und in die öffentliche Daseinvorsorge sind ja gigantisch.
00:20:23: So, und da könnte man ein klug angelegtes Konzept der CO-Zweibepreisung mit den Elementen Rückverteilung an die mittleren unteren Einkommen und Stärkung öffentlicher Investition in die Daseinsvorsorge miteinander verbinden.
00:20:45: Und wenn ich das auch noch klug den Menschen versuche, dann auch kommunikativ näherzubringen.
00:20:50: Dann kann da wirklich eine Win-win Situation daraus entstehen und Menschen glaube ich haben ja grundsätzlich... Das haben viele, viele Umfragen immer wieder gezeigt!
00:21:00: Eine hohe Sensibilität, ah dass wir gegen den Klimawandel was tun müssen, dass wir handeln müssen.
00:21:08: aber sie haben natürlich eben auch ne feine sensibilität.
00:21:13: Geht das dabei gerecht zu?
00:21:16: Und diese Gerechtigkeitsfrage müssen wir immer mit bedenken, darauf Antworten geben.
00:21:23: Dann wird die Zustimmung der Menschen deutlich größer sein und wir kommen aus diesem Kulturkampf raus den die Politik zum Teil auch mit verurteilt hat.
00:21:34: ich nenne nur... Das fing an mit dem sogenannten harbergschem Heizungshammer was dann die Medien oder ein großer Teil der Springerpresse instrumentalisiert hat und verunglimpft hat, und die Menschen auch verunsichert hat.
00:21:50: Oder wenn ich jetzt in den Koalitionsvertrag reinkomme wir schaffen das Gebäude-Energiegesetz ab!
00:21:58: Na ja das machen sie doch gerade gar nicht.
00:21:59: also Sie justieren es nach.
00:22:01: aber da findet sozusagen dieser Kulturkampf schon im Koalrationsvertrag statt.
00:22:08: Da wehr ich mich gegen, da sage ich ein bisschen mehr Sachlichkeit und Aufklärung.
00:22:12: Ein bisschen mehr Empathie.
00:22:14: Und ein bisschen zuversicht, dass wir auch zur Sicherung und Stärkung unserer Demokratie nach vorne gehen müssen.
00:22:22: Konflikte benennen aber auch immer Ringen um gute Lösungen die bei den Menschen auf Akzeptanz stoßen.
00:22:30: Vielleicht darf ich da noch mal einhaken mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz.
00:22:37: Es soll ein neues Gesetz sein, es hat einen anderen Namen als vorher.
00:22:42: Geht die Regierung ja doch immerhin an zwei Stellen vielleicht ein Weg den sie gerade beschrieben hat?
00:22:47: Einerseits gibt es mehr Wahlfreiheit weil jetzt eben doch noch unter bestimmten Voraussetzungen der Einbau einer Gasheizung möglich ist und andererseits gibt das eine Kostenverteilung.
00:22:59: Sie haben von einer...
00:23:38: Also ich befürchte Das Gesetz.
00:23:42: Wir haben die Eckpunkte und wir wissen einiges, aber noch lange nicht alles.
00:23:48: Und selbst wenn im Kabinett ein Gesetzesentwurf verabschiedet wird, wissen wir noch nicht wie er dann aus dem Bundestag und das Parlament damit umgeht.
00:23:59: Aber was wir gegenwärtig sehen ist Gefahren geneicht – Aus meiner Sicht!
00:24:06: Weil Biometharen als alternativen Brennstoff zu nutzen, wie Sie sagen, wissen überhaupt nicht.
00:24:12: A. haben wir überhaupt ausreichende Menge, B brauchen wir ihnen nicht für andere Zwecke industrieller Nutzung und nicht nur für Wärme Erzeugungen und Konsum.
00:24:24: Und wie ist die Preisentwicklung?
00:24:26: Das ist ein Risiko!
00:24:29: Und es führt dazu was wir als Rat immer empfohlen haben Wir brauchen Planungssicherheit und hier wird die Planungssicherheit wieder genommen und das ist ein Hindernis und es hat nichts mit Technologieoffenheit zu tun, aber wir müssen noch ganz klar sagen Gas ist eine Technologie von gestern.
00:24:49: Wir werden sie im gewissen Maße brauchen ja das ist überhaupt gar nicht strittig.
00:24:55: Aber ob wir sie für Wärme brauchen oder Für andere industrielle Zwecke Insbesondere im Hinblick auf die preisliche Entwicklung über den ETS, also über die CO-Zweibepreisung.
00:25:11: Da wäre ich doch dafür gewesen, dass man hier bei einer klaren Konturierung bleibt, die im Gebäudeenergiegesetz festgelegt war mit dieser sixty fünf Prozentquote was die Gasheizungen betrifft und wir doch jetzt wieder diesen Wahnsinn erleben.
00:25:30: zum dreißigsten sechsten sollte das gebäude modernisierungsgesetz verabschiedet sein weil das Gebäude-Energie-Gesetz, was es ersetzen soll.
00:25:40: Dritt zum ersten Siebten in Kraft und das ist eine absolute Verunsicherung!
00:25:44: Und was macht das Keminett?
00:25:45: In den letzten Tagen verlängert das Ganze nochmal um sechs Monate bis Ende des Jahres und die Menschen bleiben weiterhin mehr oder weniger im Dunkeln.
00:25:57: Das halte ich für keine kluge Politik.
00:25:59: Ist die Politik an dem Punkt eigentlich primär Sachpolitik oder Machtpolitik?
00:26:05: stichwort Berücksichtung der Landtagswahlen und ähnliches.
00:26:09: Das ist immer natürlich ein Stück weit auch Machtpolitik, das geht immer um Mehrheiten es geht aber auch um Interessen Und es geht um Partikulare Interessen und Es geht um Machtressourcen.
00:26:22: wer setzt sich wie durch Gegenüber Parteien gegenüber Regierungen gegenüber Koalitionen?
00:26:31: und da brauchen wir immer einen klugen Ausgleich Aber Der sollte nach Möglichkeit auf Grundlage rationaler Vernunft und zur Kenntnisnahme der Erkenntnisse gestützt sein, die uns vorliegen.
00:26:47: Und was glaube ich vorlicht?
00:26:50: Und wo es grundsätzlich keinen Dissens gibt auch wenn man meint, man müsse das jetzt hier nochmal um ein paar Jahre verlängern ist dass wir aus Gas oder genauso wie aus Kohle aussteigen werden werden, als Ökonom sage ich klug beraten wenn wir weiter beschleunigen gerade von dem von Ihnen angesprochenen geopolitischen tektonischen Verschiebungen die wir gegenwärtig erleben und den damit einen hergehenden geoeconomischen Veränderung und Interessenslagen.
00:27:25: Warum?
00:27:27: Zum Teufel brauchen wir Fracking-Gas aus den Vereinigten Staaten.
00:27:31: Das ist viel zu teuer und hat überhaupt gar keine Perspektive, um warum muss ich Kraftwerkskapazitäten über die Maßen hinaufbauen, die wir auf absehbare Zeit nicht brauchen?
00:27:43: Natürlich brauchen wir sie im gewissen Umfang aber doch nicht in dem was da gerade gegenwärtig diskutiert wird!
00:27:49: Und das wird ein Wettbewerbsnachteil für uns sein weil wenn wir da wirklich zügig vorangehen Da kann ich nur empfehlen, schaut euch das in China an und ich bin nun überhaupt gar kein Freund dieser politischen Verfasstheit.
00:28:05: Dieses ökonomisch potenten Wettbewerbersystem gehe ich nicht wie immer man ihn nennt aber die machen es verdammt klug Und wir fallen weiter zurück.
00:28:18: Wir haben das erlebt In der Solarindustrie.
00:28:22: Diese Industrie ist komplett aus Deutschland verschwunden.
00:28:25: Wir haben sie aufgebaut, wir haben sie entwickelt!
00:28:27: Wir erleben es in anderen Technologiefeldern.
00:28:30: bei der E-Mobilität sind die Chinesen auf der Überholspur und wir fahren im Rückspiegel hinterher.
00:28:37: das kann nicht gut gehen.
00:28:39: deshalb sage ich durchaus ambitioniert auch mit ein bisschen Mut voranschreiten und den Fahrt den wir eingeschlagen haben klug beibehalten um als First Mover auch als Unternehmen, die wir ja im internationalen Wettbewerb stehen langfristig wettbe Werbsfähigkeit zu behalten oder in Teilen sie auch zurückzugewinnen.
00:29:04: Jürgen ich denke damit sind wir am Ende der heutigen Folge angekommen und wir haben einige sehr klare Botschaften vernommen.
00:29:11: Ja von einem ganz herzlichen Dank.
00:29:14: Sie haben sehr wichtige Positionen in sehr wichtigen Themenfeldern von sich gegeben die wir jetzt hinter die Leute tragen werden.
00:29:22: Das freut mich sehr, weil ich glaube, wir haben alle ein gemeinsames Interesse.
00:29:25: Wir sind verliebt in der gelingenden Transformation und Nachhaltigkeit.
00:29:30: Dabei ist das Energiethema, die Energiewende, alles der ganz zentralen Themen.
00:29:35: Und ich habe eine große Zuversicht auf den Long Run, wenn wir es wuppen und erfolgreich nach vorne schauen können.
00:29:43: Herzlichen Dank!
00:29:46: Energie-Tage.
00:29:49: Der
00:29:49: Podcast zu Energiewende
00:29:51: und Klimaschutz.
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