Dr. Tilmann von Schroeter – Wie blickt die Heizungsindustrie auf die Wärmewende in Deutschland?

Shownotes

Dr. Tilmann von Schroeter – Geschäftsführer Vaillant Deutschland – gibt einen Einblick in die Einschätzungen eines führenden Heizungsherstellers in Deutschland.

Website ENERGIETAGE

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00:00:02:

00:00:10: Ja, schönen guten Tag.

00:00:12: Mein Name ist Jürgen Pösch und ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu einer neuen Folge des Energietage-Podcastes, dass sich heute dem Thema Wärmewende und den Blick der Heizungsindustrie auf die Wärmewände widmen wird.

00:00:25: Wir freuen uns sehr Dr.

00:00:26: Thema von Schröter, den Geschäftsführer von Weiner Deutschland für dieses Gespräch gewonnen zu haben, In fast bewährter Manier mit Chris Seelos von Energie, dem Chefredakteur dort gemeinsam führe.

00:00:40: Chris, deine erste Frage?

00:00:43: Herr von Schröder Sie haben im Rahmen der Berliner Energietage am Montagabend bei einer sehr gut besuchten Veranstaltung mit dem Titel Wärmewende im Realitätscheck teilgenommen.

00:00:54: Geben sie uns zum Start doch mal einen Einblick wo steht denn die Energiewende beziehungsweise die Wärmewende aus Ihrer Sicht aktuell?

00:01:02: Also um das zusammenzufassen, wir haben die Wärmewende angeschoben.

00:01:06: Aber wir sind noch nicht auf der Geschwindigkeit, auf der wir sein wollen.

00:01:10: aber ich glaube es gibt sehr gute Chancen dort deutlich Geschwindigkeiten aufzunehmen und in der Gesamtgemengelage muss man sagen ist dezentrale.

00:01:22: Wärme erzeugen insbesondere durch Wärmpumpe natürlich das Teeber Nummer eins sehr erfolgreich letztes Jahr schon mit dem größten Beitrag in der CO-Zwei-Reduktion und auch gerade im aktuellen Szenao, der hohen Energiepreise natürlich der Hebel der Stunde.

00:01:39: Mit einer deutlichen Belebung auch in sechsundzwanzig.

00:01:42: Sie verweisen direkt auf die momentan gerade positive Entwicklung im Markt.

00:01:48: das hat auch mit einem hohen Wärmepumpen Absatz zu tun.

00:01:53: Wenn wir noch mal ganz kurz auf die letzte Legislaturperiode zurückgucken, da war das Gebäude-Energiegesetz der große Aufreger auch ein Thema Nummer eins in allen möglichen Nachrichtenformaten.

00:02:08: Jetzt kommt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz.

00:02:11: Ist das Gebüudenmodernisierungs-Gesetz aus Ihrer Sicht ein gutes Gesetz?

00:02:16: Also das ist natürlich heute noch schwer zu beurteilen, weil es ist ja noch nicht da.

00:02:23: Es sind Eckpunkte veröffentlicht und ich glaube was diese Eckpunkten im Wesentlichen tun ist ein bisschen den Druck aus den Innenstädten mit einer Block-Bebauung rauszunehmen wo wir mal selbstkritisch als Industrie noch nicht die tollsten Lösungen anbieten in dem Sinne bezahlbaren Nachhaltigerheitssysteme.

00:02:45: Und ich glaube, sie wird diese Veränderung etwas Zeit geben für Innovationen noch mehr Traktion zu bekommen damit man eben auch eine bezahlbare Wärmerwende in diesen Innenstädten organisieren

00:02:58: kann.

00:02:59: Vielleicht können wir da nochmal direkt einhaken Stück zurückdenken.

00:03:03: vielleicht können Sie uns mal ein bisschen die Entwicklung der Heizungsindustrie in Deutschland nahebringen weil Wenn wir uns so zurückdenken, Wärmepumpe war anfangs sowas für Technik-Enthusiasten.

00:03:15: Dann gab es ja schonen Bestrebungen das Thema nach vorne zu bringen.

00:03:21: dann gab's Vorbeherrte insbesondere Mahndwerk natürlich sehr stark und die Heizungsindustrie stand immer ein bisschen unter dem Generalverdacht.

00:03:29: nah die wollen Brennwert bis zum Sankt Nimmerleins Tag verkaufen.

00:03:34: vielleicht können sie damals ein bisschen die ihre Entwicklungen bei Weyland Revue passieren lassen?

00:03:40: Oh, das ist aber eine gefährliche Frage für jemanden der schon zwanzig Jahre bei Weyland ist.

00:03:45: Dann ist Revue passiert natürlich lang!

00:03:47: Also ich versuche es mal im Zeitraffer also klar... Die Versorgung der deutschen Häuser mit Wärme war sehr, sehr gaslastig über die letzten Jahre weil wir hatten immer sehr günstiges Gas wirtschaftlichste Möglichkeit und im Vergleich zu anderen auch relativ effizient sind, umweltfreundlich.

00:04:12: Begonnen hat der Umbau in den Nullerjahren da ging es los mit Wärmepumpen insbesondere im Neubau und mit der ersten Welle einer Veränderung.

00:04:24: dann kam die Zehner Jahre Die würde ich mal unter dem Motto titulieren still ruht der See.

00:04:32: Mit den Konflikten, die dann los gingen auch mit Russland und eher einer Schwämme von fossiler Energie und niedrigen Energiepreisen waren die gezeichnet von.

00:04:43: es tut sich eigentlich so gut wie gar nichts.

00:04:44: Und die Wärmenpumpe hat in Deutschland nicht den Weg richtig in Altbauten gefunden und das änderte er sich als dann zwei Jahrtausend neunzehn klar wurde Mit der Weiterentwicklung kommen wir eigentlich bei unserem politischen Ziel, der Wärmewende nirgendwo hin.

00:05:01: Wir müssen was ändern und dann ging es dann auf einmal relativ schnell.

00:05:06: Sommer bis Herbst hat sich die Heizungsindustrie ein bisschen in die Augen gerieben.

00:05:10: weil war immer so das Vorwurf Die Politik kommt nicht in die Pötte Dann wird's aber schnell.

00:05:15: Dann war zu Weihnachten neunzehn klar.

00:05:17: Wir wollen da wirklich loslegen Und das war der Startschuss für eben erneuerbare Technologien auch im Altbau.

00:05:25: Und dann ging es los.

00:05:27: Dann begann Rollercoaster und eine Branche, die sehr viel Stabilität gewohnt war, hat angefangen mal sich in Flexibilität zu üben.

00:05:39: Also dann ging's sehr stark los mit dem Wachstum von erneuerbaren Technologien – also siehe ich auch Biomasse- und Wärmepumpe – dann mit der Krise in Nr.

00:05:54: Dann gegen Bewegungen, als dann in der Bildzeitung stand jemand will einem die alte Öl oder Gasheizung weglegen.

00:06:02: Dann ging sozusagen das Pendel irgendwann in den Dreiundzwanzig zurück und so haben wir gelernt als Branche mit vielen Wellen klarzukommen und haben in den Jahren in den letzten ordentlich an Flexibilität hinzugelegt.

00:06:15: Und die Wellen, mit denen sie klarkommen mussten waren immer deutsche Wellen.

00:06:19: Also ich hab ja lachen müssen und dürfen das Weilein global agierender Konzerne zwischen ist.

00:06:26: Können Sie da so eine Gewichtung vornehmen wie wichtig deutscher Einfluss auf die Entwicklung der Weltmarktführerindustrie in Deutschland ist?

00:06:35: also Es war nicht nur deutsche Welle weil also einmal Da gibt es natürlich den europäischen Green Deal und der geht in anderen europäischen Ländern, hat er zugleich einen Ding geführt.

00:06:48: Gleichzeitig war natürlich neben den Ukraine auch die Covid eine riesige Chance für alle, die ums Haus rum Dinge anbieten weil wenn man nicht mehr auf Konzerte-, Restaurants- und Reisen geht dann baut man sein Nest, also von daher war das natürlich eine partituläre Konjunktur aber auch in ganz Europa oder global dass da eben Dinge passiert sind.

00:07:16: Jetzt die Effekte, die wir spezifisch aus Veränderung deutscher Fördergesetze und Anreiz Gesetze haben und auch aus Verändern des Ordnungsrechtes ist natürlich Deutschland spezifik Und da hilft es bei uns in, bei Weyland natürlich.

00:07:33: Aber so sind die großen anderen Bosch, jetzt man

00:07:35: etc.,

00:07:35: auch alle aufgebaut hat dass man eben internationaler ist.

00:07:38: und für uns wir haben achtzig Prozent unseres Geschäftsaushalt von Deutschland.

00:07:42: das heißt die Veränderung starke Veränderungen im Heimatmarkt sind immer besonders wichtig weil Deutschland unser größter Markt ist.

00:07:51: aber wir stehen nicht nur auf dem deutschen Bein Und das hat auch bei den Ausschlägen in den letzten Jahren geholfen.

00:07:59: Weil, muss man sehen ... Der Heizungsmarkt in der Hälfte ist knapp fünfzig Prozent gewachsen.

00:08:08: Alles auf Investition im nächsten Jahr ist er um knapp fünfzig Prozent zurückgegangen.

00:08:15: Dann ist es dann mit anderen Dingen beschäftigt.

00:08:18: also Diese Wellen sind dann natürlich schon substanziell und wenn man da ein bisschen globaler das austarieren kann, andere europäische Länder oder globale Länder haben einen anderen Trend.

00:08:29: Dann macht das für den Gesamtunternehmen verdaubarer.

00:08:32: Welchen Anteil machen Gasheizungen bei Ihnen im Portfolio heute noch aus?

00:08:38: Also wenn wir jetzt wieder von Deutschland anfängt gibt es noch Gasheitzungen aber wie letztes Jahr gesehen wurde auch im Gesamtmarkt, da hat die Wärmpumpe klar die Nummer eins Position erhöht oder erklommen und also ist das bei uns auch.

00:08:56: Also klar, stärkster Segment ist die Wermepumpe und wir haben aber immer noch sehr viele Etagenheizungen wo wir heute keine so super Alternativen haben, die effizient und bezahlbar sind.

00:09:13: Und deswegen werden in Deutschland dieses Jahr sich auch wieder zweihunderttausend Gasheizungen verbaut und da sind auch Weyland Heizung dabei.

00:09:24: Die Wärmepumpe steht mittlerweile trotzdem in Deutschland, so wie Sie es gerade gesagt haben auf Nummer eins.

00:09:29: Es gab grade im ersten Quartal einen deutlichen Markthochlauf.

00:09:33: jetzt kommt das Gebäudemodernisierungsgesetz dass noch nicht beschlossen ist aber wir kennen ja die Eckpunkte.

00:09:40: glauben sie dass das Gesetz Wieder zu einem Marktrückgang bei den Wärmepumpen führen könnte.

00:09:47: Also ich glaube, wenn man die Treiber schaut warum ist die Wärmpumpe so attraktiv?

00:09:52: dann ist das sie führt zu deutlich niedrigeren Betriebskosten nicht durchschnittlichen betriebs.

00:09:59: kosten ersparen es sind dreißig prozent und Das heißt, wenn ich irgendwo bei mir bohren kann oder einen Lüfter aufstellen kann... Warum soll ich mir diese dreißig Prozent Betriebskosten ersparen?

00:10:14: Nicht holen.

00:10:14: Das macht halt keiner und deswegen wird im alten gesetzten Wärmpumpe möglich und im neuen wird die Wärmepumppe möglich sein und deswegen setzt sich das im ein- und zwei-Familienhaus weiter durch.

00:10:26: Ich glaube die wesentliche Veränderung jetzt von GEG und GMOD G so wie ich sie lese ist eben Was machen wir mit den Innenstädten und da mit der Blockbebauung?

00:10:37: Weil die Leute, die da wohnen, die können häufig eine Wärmpumpe weder aufs Dach noch vor- noch hinter das Haus stellen.

00:10:46: Und dann ist es doch deutlich schwieriger mit den Alternativen.

00:10:51: was mache ich jetzt?

00:10:53: und vor allen Dingen von dem Hintergrund einer Heizungsinvestition ist zwanzig fünfundzwanzig Jahre auch mit der Energieversorgung.

00:11:02: Und da sind halt die Herausforderungen, dass wir entweder wenn ich dann eine Wärmpuppe nicht bauen kann über grüne Moleküle also Grünegase etc.

00:11:11: Rede oder über die Fernwärme und beides wenn ich da auf die Grundstruktur der Kosten schaue wird's grob mindestens doppelt so teuer für denjenigen der wohnt, wenn ich auf eine Alternative gehe und das ist natürlich Jetzt sozialpolitisch zu überlegen mit der Bezahlbarkeit, was können wir da tun?

00:11:33: Und in der Demokratie muss man natürlich auch sagen.

00:11:36: Wenn man jedem sagt, kannst du weiter tun aber es kostet halt doppelt so viel.

00:11:39: das ist jetzt nicht so sonderlich populär und deswegen müssen wir noch stärkt daran arbeiten dass es da bessere Lösungen gibt

00:11:45: sind die zeitnah zu erwarten.

00:11:48: also ich glaube dass momentan enorm viel an Forschung Pilotprojekten da laufen und ich bin von Ausbildung Ingenieur.

00:12:02: Und ja, ich bin sehr überzeugt davon dass da gute, gute Ideen auf dem Weg sind.

00:12:10: Wenn man noch mal zurückspult damals zwanzig, neunzehn, zwanzich, zwannzig die Diskussion ob jetzt eine Wärmepumpe im Altbau geht oder nicht?

00:12:20: Und ob es das jetzt auch geht, ohne einen sechstelligen Betrag zu zahlen.

00:12:25: Also da haben wir vor ein paar Jahren Dinge diskutiert die heute eine absolute Selbstverständlichkeit sind und aber vor drei vier Jahren über Energiemanagement Sachen diskutiert.

00:12:37: und jetzt wenn ich schaue kann sie bei uns mit einer App anklicken macht paar Klicks dann ist das Ding.

00:12:42: da machen wir uns jetzt Tausend Leute in der Woche.

00:12:47: Also es gibt so viel Chance und Veränderung, deswegen darf man die Augen nicht zu machen vor den Chancen, die da höchstwahrscheinlich gerade sich entwickeln.

00:12:59: Und ich bin mir sicher wenn wir hier in zwei Jahren sitzen dann schauen auf die Sache ganz anders weil wir tolle neue Entwicklungen haben, spannende Pilotprojekte gesehen haben und sehen auch mehr Familien aus kann man in der Blockbobauung skalieren.

00:13:14: Am Ende, was ist der Trick?

00:13:16: Der Wärmenpumpe.

00:13:16: Ich zieh mir drei Viertel der Energie aus der Umweltwärme und die Innenstädte sind ja voller Umweltwärmer.

00:13:26: Es ist ja wärmer in der Innenstadt als draußen.

00:13:28: also von daher es ist nur die Frage wie komme ich dran?

00:13:31: und da setze ich auf sehr viele pfiffige Ingenieure und den intensiven Wettbewerb, denen's dort gibt und da bin ich mir sicher dass sich gute Ideen durchsetzen.

00:13:43: Ich stelle mir gerade vor, ein Bürgermeister einer mittelgroßen Stadt hat Prüfgebiete ohne Ende wo Fernwärmung nicht kommen wird und wo natürlich im Bereich Nahwärme alle möglichen Lösungen diskutiert werden.

00:14:02: Besteht ja bei so hoch dynamischem System immer die Gefahr von Fehlinvestitionen, dass man jetzt zum Beispiel große Leitungsdraßen legt und dann kommt verändern in zwei Jahren.

00:14:11: Und hat.

00:14:11: die Lösung für die Innenstadt-Bebauung ist sicherlich auch eine gute, eine wichtige Kommunikationsaufgabe, dass sie die Öffentlichkeit über die technischen Entwicklungen sehr frühzeitig verlässlich informieren oder?

00:14:24: Ja also Kommunikation darum geht es glaube ich in dieser Thematik zu achtzig Prozent.

00:14:33: Weil natürlich sehe ich ganz viele wirklich kritische Probleme und die haben wir noch nicht gelöst, aber ich seh auch wenn man mal den Blickwinkel verändert.

00:14:44: Wir haben jetzt, ich glaube, noch knapp achtzehn Millionen fossilbetriebene Heizung.

00:14:50: Und ich bin mir sicher in den einen und zwei Familienhäusern haben wir vierzehn

00:14:53: Mio.,

00:14:54: die können wir ganz locker machen.

00:14:56: Bei den drei Millionen mehr Familienhäuser, die wir haben gibt es über eine Million, wo man drum herum, obendrauf locker auch Wärmpum bauen kann.

00:15:06: Das bedeutet wir haben fünfzehn Millionen Häuser wo wir jetzt schon anfangen können und einfach und dann vielleicht müssen wir halt nochmal zwei Jahre drei Jahre uns auf den Umbau dieser Häuser fokussieren Und uns dann den Spaß zu den Problemkindern, die wir haben noch nicht gelöst haben.

00:15:24: Die nehmen wir uns an und wenn man die Bereitschaft hat da Schritt für Schritt schnell, die ganz klaren zu gehen, dann hat man auch nicht dieses Investitionsproblem in der Größenordnung war.

00:15:35: ich verstehe das jetzt auch viele Kommunen sich dem stellen ihre Infrastruktur planen und ich glaube dass auch das nur ein guter Prozess ist weil wir sehen was isst die erste Planung?

00:15:47: Wir haben viele Konzepte gesehen auch sicherlich mit sehr viel Wärmenetzen.

00:15:53: Wenn man in Baden-Württemberg sich anschaut, sind jetzt gerade nicht gebaut, weil einfach zu teuer ist.

00:15:57: aber das ja auch eine Erkenntnis und dann muss man sich halt einen anderen Weg überlegen.

00:16:02: die Auseinandersetzung damit führt zu besseren Lösungen und ich glaube die Komplexität unserer Aufgabe erlaubt uns noch die nächsten Jahre darüber zu streiten was der beste Weg ist für uns alle.

00:16:17: Das neue Heizungsgesetz bringt ja auch bei der Kostenaufteilung eine Neuerung mit sich.

00:16:22: Zumindest wird darüber gerade noch auf den Fraktionsebenen gesprochen, dass künftig Gebäudeeigentümer sich an bestimmten Kosten unter anderem auch an die Netzentgelden mittlerweile, an den CO-Zweikosten und dem Aufschlag für die Biokomponente, die geplant ist, beteiligen sollen.

00:16:41: Wer kommuniziert das eigentlich?

00:16:43: Weil auch das dürfte ein Thema sein, was vielleicht nicht bei jedem Gebäudeigentümer sofort ankommt.

00:16:50: Sehen Sie sich da auch als Hersteller in der Pflicht.

00:16:53: also sehe ich mich da voll in der pflicht.

00:16:59: darüber müsste ich noch mal nachdenken.

00:17:01: werden wir das thematisieren?

00:17:02: auf jeden fall weil wir wollen ja gute technologie verkaufen die dem immobilien besitze auch spaß macht und die ganzen Komplexitätskosten, wenn jetzt ich mit dem Vermieter noch CO-Preise und Netzentgelte usw.

00:17:20: hin und her verrechnen muss ist nicht ein Thema was in der puren Logik oder in der puren Technik so verankert ist.

00:17:31: aber die ganzen Betriebskosten die mit dieser Lösung verbunden sind natürlich auch relevant und ich glaube technische Lösungen diese Aufgabe dem Vermieter und dem Immobilienbesitzer des Leben einfacher machen, werden für ihn einfach attraktiver sein.

00:17:50: Und deswegen werden wir sicherlich darüber reden wenn wir Lösungen haben die dieses Dilemma lösen.

00:17:55: dass wird das klar als Vorteil kommunizieren.

00:18:01: Jetzt hatten wir das alte Gebäude-Energie gesetzt.

00:18:04: Das ist ja in einer Zeit auf den Tisch gekommen, als wir gerade so aus der Gaskrise infolge des Ukrainekriegs dann auch heraus kamen und jetzt haben wir ein neues Gesetz, dass aber ja auch wieder im Zusammenhang mit einer Gaskriese gerade neu auf den Weg gebracht wird.

00:18:24: Wir haben jetzt aktuell durch einen Iran Krieg zwar keine Versorgungssicherheitskrise, aber ja durchaus eine Preiskrise.

00:18:33: Trotzdem öffnen wir hierzulande für Gasheizungen jetzt erst mal wieder stärker die Tür.

00:18:38: Wie ist das eigentlich in anderen Ländern?

00:18:40: Was kriegen Sie damit?

00:18:41: wie wird da aktuell diskutiert?

00:18:43: also ich nehme in vielen ländern ein bisschen anderer Ansatz war wenn ich zum Beispiel unsere Nachbarn in holland schaue.

00:18:53: Die sind an vielen Stellen deutlich pragmatischer Und getrieben auch an, bei so einfachen Sachen wie Photovoltaik.

00:18:59: Für die war total verständlich wenn ich jetzt eine Photovoltaganlage aufs Dach baue und ich brauche jetzt keinen Strom dann muss sie halt abgeschaltet werden, wenn ich den Strom nicht brauche.

00:19:10: das sind ja bei uns noch systemisch andere Betrachtungen.

00:19:15: aber da sind die Länder teilweise anders und individueller und was dann für die Gemeinschaft keinen Benefit hat trägt auch die Gemeindschaft nicht.

00:19:25: Vor diesem Hintergrund ist auch diese Entwicklung raus aus dem Gas häufig mit einem Ticken mehr Pragmatismus geprägt, also auch diese ganze Diskussion bei uns.

00:19:35: Kann man Hybride noch machen?

00:19:37: Die uns dann Lösungen mit je nachdem wie die Energieverfügbarkeit ist mache ich halt eher elektrisch oder mit Gas und spare auch schon mal achtzig Prozent.

00:19:48: der CO-Zweimission wird auch da anders gesehen Und ich sehe auch in Osteuropa eine andere Position Richtung Bezahlbarkeit.

00:19:58: Von daher ist die Diskussion den anderen Ländern wirtschaftlicher und pragmatischer als die, die ich in Deutschland wahrnehme.

00:20:11: Auch offener für die ersten kleinen Schritte in die richtige Richtung, dass man da jetzt bereit ist mehr über Preis und Markt zu regeln.

00:20:25: Und weniger über Förderung und Ordnungsrecht, das macht es auch noch ein bisschen einfacher an anderen Ländern.

00:20:32: Wenn man sich anschaut was das bedeutet in der verbauten Heiztechnik sieht man jetzt eine relativ große Spreitzung von Ländern die schon eigentlich durch sind mit der Elektrifizierung wie zum Beispiel der Schweiz Skandinavien etc.. und Länder, die da noch einen weiteren Weg haben.

00:20:52: Aber in der Breite ist es in Europa überall so ... Der Wärmepumpenabsetz wächst und der Gasabsatz geht zurück.

00:20:59: Jetzt haben Sie mit dem internationalen Bereich natürlich auch ein Themenbereich angesprochen, den man keinen Wärmenpumpen-Mehrstellerninterviews im Podcast ersparen kann.

00:21:09: Warum sind Wärmepunkten in Deutschland zu teuer?

00:21:12: Also ... äh ... der Umbau mit einer Wärmpumpe.

00:21:18: Wenn man da aufs Papier schaut und schaut, was Wettmehl zum Beispiel in England angeboten oder in Holland, dann sieht man dass der mobile Besitzer hier eine andere Rechnung oder ein anderes Angebot vorgelegt bekommt.

00:21:33: Und ich glaube es sind zwei drei Effekte drinnen.

00:21:39: also erstens haben die deutschen anderen Anspruch an ihre Heizung.

00:21:45: Wir lieben es, wenn unsere Heizungen über zwanzig Jahre läuft und in Holland oder England, da sind wir zwischen acht und zwölf Jahre.

00:21:55: Das heißt, wir machen andere Systeme wollen eine andere Langlebigkeit.

00:22:01: Und das ist insbesondere dadurch abgesichert dass wir technisch anders bauen, mit viel mehr Speichern und eine thermisch niedrigere Belastung.

00:22:12: Das ist ein Thema eins.

00:22:13: Zweitens wir haben einen anderen beim Wasserkonfort als in vielen Ländern.

00:22:18: das heißt wir brauchen da größere Systeme.

00:22:22: und das letzte Thema ist Wir sind als Ingenieursnationen auch auf der Stromseite so dass man in vielen anderen europäischen Ländern einfach die Wärmenpumpe an den Hausanschluss anhängt.

00:22:36: Wir aber aus Sicherheitsgrund und anderen Gründen eigentlich, wenn wir auch eine Wärmepumpe neu verbauen, braucht ihr über fast jeder neuen Hausanschlüssel, da hat man nochmal zwei bis viertausend Euro mehr auf der Uhr als in anderen Ländern.

00:22:51: Und dann vielleicht noch ein Zusatzthema Wir haben im Vergleich zu Frankreich, Frankreich in zwei tausend sechs angefangen mit Wärmpumpen im Altbau.

00:23:01: Wir haben damit bis zwanzigzwanzig gewartet, haben es aber jetzt geschafft innerhalb von vier Jahren da aufzuholen.

00:23:10: Das heißt ein Umbau.

00:23:12: was die Franzosen in zwanziger Jahren gemacht haben wir der Industrie und dem Handwerk innerhalb von fünf Jahren als Aufgabe gegeben dass mit so viel Veränderungsdruck wir dann nicht in der gleichen Geschwindigkeit die Produktivität und Lernschritte gemacht haben, wie zum Beispiel in Frankreich innerhalb von zwanzig Jahren.

00:23:36: Das ist glaube ich auch verständlich.

00:23:38: aber das gibt uns auch die Chance.

00:23:40: wenn man diese Lerneffekte jetzt weiter fortsetzen passiert gerade das, was wir alle sehen.

00:23:44: Wir haben einen sehr intensiven Wettbewerb auf der Industrieseite und der Verarbeitung.

00:23:48: Ich glaube jemand, der sich auch drum kümmert vielleicht zwei drei Angebote zu bekommen, der sieht dass da auch ein sehr sehr gute Angebote eine hohe Wirtschaftlichkeit in Deutschland inzwischen da sind.

00:24:00: wenn ich dieses Gespräch jetzt mal so auf einen Punkt bringe, sehe ich jemanden mir gegenüber der sehr entspannt eigentlich auf den Markt guckt und auch sagt die Wärmepumpe wird sich durchsetzen.

00:24:14: Das sehen wir in anderen Ländern.

00:24:17: mit etwas mehr Pragmatismus haben wir auch Potenziale mit den Kosten runterzukommen.

00:24:24: ist diese ganze Diskussion um die Heizungsgesetzgebung Damit auch irgendwie ein Stück weit überdreht und hinfällig, weil wir es vielleicht eigentlich gar nicht so detailliert bräuchten.

00:24:36: Weil sich der Markt ohnehin in Richtung Wärmepumpe bewegt?

00:24:40: Also ich glaube nicht dass der Trend den wir jetzt gerade sehen in den einen zwei Familienhäusern und den freistehenden mehr Familienhäuser ausreicht um unsere Klimaziele zu erreichen.

00:24:56: Und wir haben jetzt auch über die Förderer-Kurliste und so weiter noch gar nicht geredet.

00:25:02: Also da sind ja aktuell auch eine ganze Reihe Anreize gesetzt, wo man auch darüber nachdenken muss.

00:25:10: okay wie lange mache ich die mit der Technologieförderung?

00:25:14: Wie schmälte sich das gegebenenfalls ab?

00:25:16: also da ist noch viel zu tun und viel zu streiten weil es ja auch weitere Milliarden Investitionen braucht Und deswegen ist es gut, dass wir darüber diskutieren.

00:25:28: Ich sehe die Diskussion im Speckgürtel und im ländlichen Bereich als einfacher.

00:25:39: Ich seh's jetzt in der ganzen Frage in den Innenstädten herausfordern.

00:25:44: Und ich sehs auch noch auf der ganzen Energie- oder Elektroversorgung.

00:25:50: super spannend was wir da weiter machen Und wie wir da auch unsere Stromherausforderungen in Deutschland lösen, deswegen glaube ich gibt es viele Sachen die noch wirklich gut sind.

00:26:02: Dass wir da auserst stark uns einsetzen für und viel streiten um den richtigen Weg zu gehen weil dieser Sektor wenn man auch in die ganze Energiepolitik reingeht so wichtig ist für die Volkswirtschaft.

00:26:18: uns wird es gut tun, wenn wir da sehr gute Entscheidungen treffen um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu fördern.

00:26:25: Wenn Sie es zuspitzen müssten und allen bis drei Forderungen an die Politik formulieren wollten würde Ihnen da was sehr konkretes in der aktuellen Situation einfällen?

00:26:36: Also ich glaube dass wir eine große Chance haben in Deutschland wenn wir mehr Markt wagen und das kann man super sehen.

00:26:48: jetzt an den ganzen ordnungspolitischen sachen braucht bei momentan nicht um damit die Wärmpumpe sich da durchsetzt aber ich kann viel besser an Strompreis und den Stromsteuern dreien.

00:27:02: Also deswegen mehr Marktwagen, ich glaube es ist wichtig langfristige Orientierung zu geben weil wir jetzt am Umbau arbeiten unserer Infrastruktur und da hat eine Heizung ein zwanzigjähriger Heutzont aber Energieinfrastruktur vierzig.

00:27:18: das heißt Wir brauchen eine klar beschriebene Vision und langfristigen Leitplanken dahin.

00:27:27: Und dann das dritte Thema, was ich sehe ist wenn wir gerade sehen aus geopolitischen Konflikten haben jetzt Schmerzen auf gewissen Themen.

00:27:40: Die annehmen und damit investiv umgehen, damit wir uns entkoppeln und keine Pflaster kleben und da konsumtive Watte ausstreuen.

00:27:52: Das wären meine drei Wünsche.

00:27:55: Vielen Dank, Herr von Schröter, dass Sie bei uns waren.

00:27:57: Und vielen Dank lieber Jürgen, dass ich hier sein durfte!

00:28:01: Ja, lieber Chris auch.

00:28:02: Vielen Dank an dich aber auch nochmal an Herrn Schröther.

00:28:04: Ich hoffe das ist nicht das letzte Mal gewesen... ...dass wir uns insgesamt sprechen und auf den Energietagen sprechen.

00:28:11: Bis dahin alles Gute!

00:28:13: Na vielen Dank, hier war echt Wesen zu sein hat Spaß gemacht.

00:28:19: Energietage-Dreihundertfünfundsechzig Der Podcast zur Energiewende und Klimaschutz.

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